Funktions-Kieferorthopädie

Gut funktionierendes Gebiss bei ästhetisch ansprechendem Idealzustand
Die Häufigkeit von Fehlbissen bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu. Etwa zwei von drei Kindern müssen heute kieferorthopädisch behandelt werden. In manchen Fällen sind schiefe Zähne vererbt. Sehr viel häufiger jedoch spielen ungünstige Angewohnheiten eine Rolle. Dazu gehören beispielsweise Mund- statt Nasenatmung, unkorrekte Zungenlage, Zähneknirschen, Saugen an Lippe oder Wange oder das Lutschen von Daumen oder Nuckel.
Zahn- und Kieferfehlstellungen sind allerdings längst nicht nur ein ästhetisches Problem. Wechselwirkungen zwischen Mund- und Allgemeingesundheit sind von der medizinischen Forschung seit längerem eindeutig bestätigt. Zähne und Zahnfleisch haben einen erheblichen Einfluss auf die gesamte Gesundheit. Werden z. B. Kiefergelenke und Kaumuskulatur durch einen Kieferfehlstand falsch belastet, kann es zu chronischen Schmerzen im Bereich von Kiefer, Nacken oder Wirbelsäule kommen. Auch Konzentrations- und Lernstörungen sind nicht selten Folge einer Fehlstellung. Deutlich wird hieran, wie wichtig es ist, bei einer kieferorthopädischen Behandlung nicht nur die Stellung der Zähne zu berücksichtigen, sondern gleichermaßen auch die Funktion des Kauorgans. Ziel ist ein gut funktio­nierendes Gebiss bei gleichzeitig ästhetisch ansprechendem Idealzustand.

Multiband

Eine Multiband-Behandlung ist eine kieferorthopädische Korrektur mit einer festen Zahnspange. Moderne Multibänder begradigen die Zähne schonend und therapieren gleichzeitig mögliche Beschwerden, die durch Fehlstellungen entstehen können. Die heutigen Multiband-Lösungen sind schmerzfrei, sanft und zeigen schnellere Erfolge als ihre Vorgänger. Sie alle haben zum Ziel, dass Zahn- und Kiefergelenkstellung, Kaumuskulatur und Ganzkörperstatik in einem gesunden Gleichgewicht stehen. Es können, je nach Wahl der Therapie, heute Brackets verwendet werden, die sehr unauffällig und schonend sind. Nach Abschluss einer erfolgreichen Behandlung setzen wir bei Bedarf häufig noch einen sogenannten Retainer – ein für Außenblicke unsichtbares Metallband – an der Innenseite der Zahnreihe ein, um Behandlungserfolge langfristig zu sichern. Zu den verschiedenen Optionen und Methoden beraten wir Sie und Ihr Kind in unserer Praxis sehr gern!

Kassenleistung

Von den Einsparungen im Gesundheitssystem sind leider auch kieferorthopädische Therapiemaßnahmen betroffen. Seit dem Jahr 2002 werden Diagnosen in die sogenannten „Kieferorthopädischen Indikationsgruppen“ eingeteilt. Nur die Behandlung einer „ausgeprägten“ bis „extrem stark ausgeprägte Zahn- und/oder Kieferfehlstellung“ übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen heute noch. Die Einordnung orientiert sich allerdings lediglich an der Wirtschaftlichkeit einer Behandlung, nicht an ihrer medizinischen Notwendigkeit. In vielen Fällen ist abzusehen, dass eine frühe Therapie Folgeschäden verhindern könnte – dann ist es Ermessenssache der Eltern, ob sie die Behandlung ihrer Kinder selbst bezahlen möchten.

Wir besprechen gern mit Ihnen, ob und in welchem Umfang Ihre gesetzliche Kasse ggf. Kosten übernehmen würde. Falls aus medizinischer Sicht eine kieferorthopädische Therapie für Ihr Kind ratsam wäre, die nicht übernommen werden kann, erläutern wir Ihnen gern im Vorfeld die möglichen Kosten.

Fotodokumentation

Die Fotodokumentation gehört zu jeder kieferorthopädischen Behandlung dazu. Sie ist eine unverzichtbare Begleitung, um in regelmäßigen Abständen die Erfolge der Behandlung zu beobachten. Gemeinsam können wir uns bei den Terminen in der Praxis davon überzeugen, dass wir mit der Therapie auf dem richtigen Weg sind – im Idealfall ist auf jedem der Bilder ein Fortschritt zu sehen. Am Ende der Behandlung zeigt die Fotoreihe dann den Grund, aus dem das Praxisteam, Eltern und Kinder sich gemeinsam freuen können: Der Vorher-nachher-Effekt zwischen dem ersten und letzten Bild ist der Beweis, dass sich alle Mühen gelohnt haben!

Diagnostik

Die Diagnose legt den Grundstein der Behandlung. Sie ist ausschlaggebend für den Erfolg der Therapie. Wir beginnen mit einem ausführlichen Gespräch über vorhandene Beschwerden, aber auch Angewohnheiten, die uns erste Hinweise geben können. Dann untersuchen wir, wie Zähne, Kiefergelenk und die Muskulatur zusammenwirken. Ziel der Behandlung wird sein, zwischen diesen Komponenten ein Gleichgewicht herzustellen. Nach einem ersten Überblick nutzen wir modernste Messgeräte, die uns helfen, die Bewegung der Kiefergelenke und die Stellung der Zähne bis auf den Millimeter genau nachzuvollziehen. Die Messwerte nutzen wir, um ein Modell zu erstellen, an dem wir uns für die Behandlung orientieren können.

Falls Zahnfehlstellungen bereits Auswirkungen auf andere Körperregionen hatten, können wir das in der 3-D-Wirbelsäulenvermessung feststellen. Das ist ein bildgebendes Diagnostikverfahren, das komplett ohne Röntgenstrahlen auskommt und Aufschluss über weiteren Behandlungsbedarf gibt.

Als Ergebnis einer ausgiebigen Diagnostik entwickeln wir dann die Therapie, die das optimale Ergebnis im individuellen Fall bringen wird.